Gina Barth, Marius Schmidt
Zeitgeist
Altes Theater
Zeitgeist. Streit für die ganze Familie.
Warum reden Gen Z und Boomer so zuverlässig aneinander vorbei? Wir haben nach einem Schuldigen gesucht … und keinen gefunden. Dafür aber ein Muster. Jede Generation wächst auf mit eigenen Krisen, eigenen Versprechen und einer eigenen Vorstellung davon, was ein „gutes“ Leben ist. Und scheint das unerreichbar, ist es naheliegend, wer schuld daran ist: die Generationen davor.
Zeitgeist ist ein semi-kooperatives analog-digitales Gesellschaftsspiel über Zeitreisen, fragwürdige Lebensentscheidungen und die erbarmungslose Willkür des Lebens. Drei bis vier Testsubjekte … ähem, Spieler*innen … landen in den 1960ern und müssen sich Jahrzehnt für Jahrzehnt gemeinsam zurück in die Gegenwart kämpfen. Nur verfolgt dabei jede Person ihre eigenen, verdeckten Ziele. Welches Leben man führt, entscheiden die Würfel: Wer sonst die Welt retten will, sitzt plötzlich als Karl Konservativ am Tisch und verteidigt eisern sein Reihenhaus.
Auf dem Weg zurück ins Jahr 2041 wird ein Szenario ums andere debattiert: Wird die Antibabypille freigegeben? Wird Asbest verboten? Kommt das Farbfernsehen? Die Zeitreisegruppe wird lügen, paktieren, einander bestechen und vielleicht gemeinsam dabei zusehen, wie die Welt, die sie formt, langsam zu der Welt wird, aus der sie kommt – oder sie zu einer besseren machen.
Keine Generation ist das Problem. Jede hatte ihre ganz individuelle Lebensrealität mit ganz individuellen Herausforderungen. Wer das einmal selbst durchgespielt hat, streitet am Familientisch vielleicht anders: leichter, neugieriger und mit deutlich weniger „Früher war alles besser“ oder „OK, Boomer“.



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